Frequently Asked Questions

Wir haben für Sie die wichtigsten Grundkenntnisse zum Thema ‚Schreibgeräte' zusammengestellt. Sollten Sie weitere offene Fragen haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren unter info@schreibkultur.ch.

Oft gehört...

"Kann man Füllhalter verschenken? ......"
Natürlich! Am besten eignet sich die mittlere M - Feder. Eine ganz besondere Freude können Sie mit einer Goldfeder machen. Der/die Beschenkte wird ein Leben lang an Sie denken. Sie haben jemandem Schreibvergnügen und Erinnerung zum Geschenk gemacht!

"Füllhalter rinnen ......."
Gute Füllhalter rinnen nicht. Aber es stimmt, dass sie etwas Pflege und wenige Grundkenntnisse benötigen. Gerade dies ist jedoch Teil des Rituals vom Schreiben mit Tinte und Füllhalter. Bitte informieren Sie sich weiter unten: 'Füllfederhalter: Tips und Tricks'.

"Füllhalter kratzen......."
Im Gegenteil, da die Feder auf flüssiger Tinte übers Papier gleitet, schreibt ein Füllhalter weicher als jedes andere Schreibgerät. Voraussetzung ist, dass 1. die Feder intakt und auf Ihre Handschrift abgestimmt ist und 2. der Tintenfluss dank richtiger Pflege des Halters optimal funktioniert.

"Ich benutze sowieso nur den PC... ausser für meine Unterschrift!"
Seien Sie stolz auf Ihre Druckerzeugnisse... ein edler Füllhalter wird ihnen eine neue Dimension verleihen. Und Ihre Unterschrift ist Grund genug, ein gutes Schreibgerät zu kaufen.

" Ich verliere sowieso alle Schreibgeräte ....."
Ja, es stimmt. Jeder verliert billige Plastikschreiber. Da das Schreibgerät ein Alltagswerkzeug ist, kann es jeden Tag unzählige Male verlegt und vergessen werden.
Ihr Schreibgerät jedoch, das Sie persönlich ausgesucht haben, weil es punkto Aussehen, Schreibverhalten und Haptik genau Ihren Wünschen entspricht, werden Sie weder verlieren noch vergessen!
Ihr Schreibgerät, das ein Freund oder eine Freundin persönlich für Sie ausgesucht und Ihnen geschenkt hat, werden Sie nie liegenlassen!
Ihr Schreibgerät mit der perfekt eingeschriebenen Goldfeder, die das ausdrucksstarke Schriftbild ermöglicht, wofür Sie immer wieder gelobt werden, verlegen Sie nicht.
Auf Ihr Schreibgerät haben Sie stets ein wachsames Auge. Sie tragen es bei sich oder auf sich, nehmen es zum Schreiben hervor und stecken es danach gleich wieder weg.
Dieselben Automatismen eigentlich, die auch bei Ihrem Portemonnaie oder Ihren Schlüsseln zur Anwendung kommen. Und die verlieren Sie ja auch nicht, oder?

Quick Info zu Schreibgeräte-Typen

Füllfederhalter
Vorteile: Freude am Schreiben mit flüssiger Tinte
Bewusstes Schreiben und damit schöneres Schriftbild
Flexibilität der Feder ermöglicht ausdrucksstarkes Schriftbild
Nachteile: Erfordert etwas Pflege und Grundwissen

Rollerball
Vorteile: Schreibleistung ohne Druck dank flüssiger Tinte
Durchschreibequalität dank Metallspitze (wie Kugelschreiber)
Einfache Handhabung
Je nach Fabrikat auch Filzminen mit weichen Spitzen verwendbar
Nachteile: Auswechselbare Mine ist schneller leer als bei Kugelschreiber
Starre Metallspitze verunmöglicht individuellen Ausdruck
Fördert gedankenloses Kritzeln, hat fahriges Schriftbild zur Folge

Kugelschreiber
Vorteile: Kein Unterhalt, keine Pflege
Durchschreibequalität dank Kugelschreibspitze
Grossraumminen garantieren lange Schreibdauer
Nachteile: Kugelschreiberpaste ist zähflüssig, braucht etwas Druck
Starre Metallspitze verhindert kreatives Schreiben

Bleistift
Vorteile: Freude am Schreiben mit Graphit
Variierbare Ausdruckskraft dank unterschiedlichen Härtegraden
Schreibt auf vielen Oberflächen
Radierfähigkeit
Nachteile: Nicht dokumentenecht, da radierbar
Korrekten Minendurchmesser je Fabrikat verwenden

Mehrsystemschreiber
 
Vorteile: Mehrere Systeme in einem einzigen Halter
Sofortiger Wechsel zwischen Kugelschreiberfarben und Bleistift
Nachteile: Kürzere Schreibleistung wegen kleinen Kugelschreiberminen

 

Füllfederhalter: Tipps und Tricks

Wie funktioniert ein Füllhalter?

Beim Schreiben entsteht ein leichter Druck auf die Federspitze, der die beiden Federschenkel etwas auseinanderdrückt. Es entsteht ein kleiner Schlitz. Auf Grund des Kapillargesetzes wird nun Tinte angezogen und an das Papier abgegeben. Durch das ‚Herzloch' der Feder wird gleichzeitig Luft ins Innere des Füllhalters gesogen, um die ausgeflossene Tinte zu ersetzen und kein Vakuum entstehen zu lassen. Ist dieses difficile Gleichgewicht gewährleistet, kann der Tintenfluss optimal funktionieren.
Voraussetzungen:

  • Tintenleiter und Feder müssen sauber sein
  • Beide Federschenkel müssen auf dem Papier aufsetzen. Nur so entsteht der Schlitz, der die Tinte anziehen kann. (s.u "Die häufigsten Probleme...")


Warum eine Goldfeder: Gold hat Gedächtnis!

Obwohl die heutzutage hergestellten Stahlfedern von sehr guter Qualität sind, bedeutet eine Goldfeder trotz allem zusätzlichen Schreibkomfort. Nur die Goldfeder kann sich Ihrer persönlichen Handschrift exakt anzupassen: Gold hat ein Gedächtnis!

Ihr Schreibwinkel und Ihr Schreibdruck prägen sich im Material Gold ein und individualisieren Federspitze und Stellung der Federschenkel. Dies geschieht natürlich nicht von heute auf morgen. Benutzen Sie die Goldfeder häufig, werden Sie bald feststellen, dass das Schreiben immer ringer und besser geht.

Die Goldfeder steigert das Schreibvergnügen! Eine gut eingeschriebene Goldfeder sollte nicht an andere Personen ausgelehnt werden!

Goldfedern sind punziert mit ihrem Feingehalt: 14 K 575 oder 18 K 750. Der unterschiedliche Goldgehalt hat keinen Einfluss auf die oben beschriebenen Qualitäten.


Federbreiten:

Füllhalter zum Verschenken: Die M-Feder (= mittlere Federbreite) ist die problemloseste Feder zum Verschenken. Dank ihrer runden Federspitze können alle damit schreiben. Hat der zu Beschenkende eine eher kleine Schrift, wählen Sie eine F-Feder (=feine Federbreite).
Linkshänder:   Wir empfehlen eine feine Feder. Sie eignet sich am besten, da der Tintenfluss nicht so stark und somit die Gefahr des Verschmierens gering ist.
Geeignete Federbreiten für Linkshänder:
  • EF = extrafeine Feder für speziell kleine Schrift
  • F = feine Feder
  • M = mittlere Federbreite für grössere Schrift
Nicht geeignet sind breite und abgeschrägte Federn. Der Tintenfluss ist stärker und die Federformen entsprechen i.d.R. nicht dem Linkshänder. Mit diesen Federn müsste in einem Fachgeschäft eine Schreibprobe gemacht werden.
EF - Feder: = extrafeine Feder mit runder Spitze. Für sehr kleine, leichte Handschriften, gleitet ohne Druck rasch und flüssig über das Papier. Ergibt sehr feines Schriftbild.
F - Feder: = feine Feder mit runder Spitze. Für kleine Handschriften, die mit wenig Druck ausgeführt werden. Feines Schriftbild.
M - Feder: = mittlere Feder mit runder Spitze. Die problemloseste Federstärke. Wird am häufigsten verwendet. Ideal zum Schenken. Für jede Handschrift geeignet sowohl für Text als auch für Unterschriften.
B - Feder: = breite Feder. Je nach Hersteller mit breiter, runder Federspitze oder mit flacher Feder (vgl. kalligraphische Bandzugfeder)
Für grosse Handschriften und Unterschriften. Bei durchschnittlichem Schreibdruck breiter, kräftiger Strich. Schreibt optimal bei Schreibwinkel von 90 Grad. Bei abgedrehter Schreibhaltung sind Aussetzer, vor allem beim Anschreiben, möglich. Probeschreiben empfohlen!
BB - Feder: = extrabreite Feder oder Stub-Feder. Spezialfeder mit breiter, gerader Spitze für eine systematische Schönschrift mit feinen Auf- und starken Abstrichen. Geeignet für geübte Schreiber. Nicht für Schnellschreiber! Gleiche Vorbehalte wie bei der B - Feder. Probeschreiben erforderlich!
OM - Feder: = links abgeschrägte, mittlere Feder (oblique M). Die abgeschrägte Feder ermöglicht einen feineren Aufstrich und einen breiteren Abstrich. Markantes Schriftbild, aber difficile Feder. Schreibwinkel ist entscheidend. Probeschreiben erforderlich!
OB - Feder: = links abgeschrägte, breite Feder (oblique B). Entspricht in den Eigenschaften der OM - Feder, jedoch mit einem kräftigeren Strich. Sehr difficile Feder, nur für geübte Schreiber. Probeschreiben erforderlich!
Flexible Feder: Grundsätzlich feine bis mittlere Feder. Durch mehr oder weniger Druck kann die Strichbreite von F bis BB variiert werden. Ermöglicht eine ausgesprochen ausdruckstarke Schrift. Viele historische Füllhalter besitzen diese Feder. Flexible Federn mit den Eigenschaften etwa einer Pelikanfeder aus den 30er Jahren, werden heute leider nicht mehr hergestellt.
Eine Annäherung, mit leicht flexiblen Federn, finden Sie auf unserer Website bei Visconti und Aurora. Nur für Schreibgewandte, da Druck und Schreibgeschwindigkeit kontrolliert werden müssen!
Ein wenig flexibel sind auch die Federn von Pelikan und die Lamy-Goldfeder.

 


Füllsysteme:

 

Patronenfüllsystem:  Einfache Handhabung
Wechsel: Patrone in den Schaft geben und das Vorderteil anschrauben.
i.d.R. Standardpatronen mit genormtem Durchmesser und Kopf (vgl. Pelikanpatronen).
Ausnahme: Lamy und Parker. Bitte Originalpatronen verwenden.
Lamy- und Parkerpatronen haben hinten einen kleinen Reservetank. Durch Schnippen des Zeigefingers an das Patronenende werden 3-4 Tropfen Tinte freigesetzt, um Sie aus einem akuten Tintennotstand zu retten!
Konverter: Macht aus einem Patronenfüllhalter einen Kolbenfüllhalter. Konverter anstelle einer Patrone einsetzen und Tinte aus dem Glas aufziehen.
Ideal zum Reinigen Ihres Patronenfüllhalters! Mehrmaliges Aufziehen von handwarmem Leitungswasser (ohne Zusätze!) reinigt die feinen Kammern des Tintenleiters.
Kolbenfüllsystem: Seit 70 Jahren bewährtes Füllsystem bei dem die Tinte aus dem Tintenglas aufgezogen wird. Jeder Füllvorgang bewirkt einen gewissen Reinigungseffekt, da die Tinte von vorne durch die Kammern des Tintenleiters gespült wird.
Das korrekte Füllen eines Kolbenfüllhalters ist aber ‚matchentscheidend'! (s.u

 


Füllen eines Kolbenfüllhalters, resp. Konverters:

Bitte beachten Sie die folgenden zwei Tricks, um Ihren Kolbenfüller korrekt zu füllen:

  1. Feder tief eintauchen, Tinte aus dem Glas aufziehen und 2 - 3 Tropfen Tinte wieder ins Glas zurückgeben.
  2. Füllhalter umdrehen, sodass Feder nach oben gerichtet ist, Kolbenmechanik schliessen und Tinte vorne abwischen.

So verhindern Sie, dass der Tintenleiter überfüllt ist.

Reinigen eines Füllhalters:

Vorderteil des Patronen-Füllhalters mit Feder nach unten von Zeit zu Zeit unter den Wasserhahn halten, um den Tintenleiter zu säubern. Wasser durchlaufen lassen und einige Male hineinblasen. Gut abtrocknen und mit frischer Tinte füllen. Kolbenfüllhalter, resp. Konverterfüllhalter reinigen, indem mehrmals klares Wasser aufgezogen und wieder abgegeben wird.

Wichtig: Nur klares Wasser benützen! Keine Spülzusätze!

Bei starker Verschmutzung den Füllhalter in ein Fachgeschäft zur Ultraschallreinigung bringen.

Tinte: Geeignet sind alle auf dem Markt erhältlichen Füllhaltertinten. Speziell zu empfehlen ist die Verwendung von königsblauer Tinte. Sie verursacht keine Probleme und hebt sich zudem farblich angenehm ab vom eintönigen Schwarz aller Printerzeugnisse. Beim Gebrauch von schwarzer Tinte muss der Füllhalter öfters gereinigt werden. Die schwarze Tinte enthält Russpigmente für die Farbgebung. Diese organischen Partikel setzen sich mit der Zeit in den Kammern des Tintenleiters ab und verstopfen ihn. Die schwarze Tinte neigt auch dazu, die Federspitze schneller eintrocknen und verkleben zu lassen.

Die häufigsten Probleme beim Gebrauch von Füllfederhalter

 

"Mein Füller schreibt nicht an ..."

  • Ist frische Tinte eingefüllt? Nach längerem Nichtbenutzen, bitte frische Tinte einfüllen. Die Konsistenz könnte sich verändert haben. Aus den Plastikpatronen verdunstet Feuchtigkeit, die Tintenflüssigkeit verdickt sich!
  • Ist die Federspitze eingetrocknet? Federspitze schnell unter Wasser halten. 
  • Habe ich die richtige Feder für meine Handschrift? Der individuelle Schreibwinkel ist entscheidend. Beide Federschenkel müssen gleichzeitig auf dem Papier aufsetzen, damit überhaupt Tinte fliessen kann. Je nach Winkel ist dies bei breiten und abgeschrägten Federn nicht gewährleistet! Neue Feder kaufen!
    Sie wollen die breite Feder behalten, ärgern sich aber über den Aussetzer beim Aufstrich der Unterschrift: Geben Sie etwas mehr Druck auf die Feder und/oder ziehen Sie Tinte mit ein paar Strichen auf einem Notizzettel an, bevor Sie zur Unterschrift ansetzen. Ist erst einmal Tinte an der Federspitze, gelingen die Aufstriche besser.

"Der Tintenfluss setzt immer aus ..."

  • Tintenleiter ev. verstopft, Füllhalter reinigen
  • Frische Tinte benutzen
  • Mit etwas mehr Druck schreiben
  • Stimmt die Federbreite für Ihren Schreibwinkel?
  • Lassen Sie beim Hersteller den Tintenfluss verstärken

"Mein Füllhalter rinnt ..."

  • Haben Sie den Kolbenfüller, resp. Konverter korrekt gefüllt? Falls nicht und der Tintenleiter randvoll gefüllt ist, genügt die kleinste Erschütterung oder die geringste Temperatur- oder Druckveränderung, um Tinte in die Kappe fliessen zu lassen. Befindet sich erst einmal ein Tropfen in der Kappe, wird laufend Tinte via Feder nachgezogen. Es genügt also nicht mehr, den Füller nur am Griffstück trockenzureiben. Reinigen Sie Füllhalter und Kappe mit klarem Wasser und trocknen Sie sie ab. Lassen Sie beide Teile über Nacht offen liegen, damit auch die Kappe gut austrocknen kann.
  • Verstopfte Tintenleiter können zu klecksigem Schreibverhalten führen und zuviel Tinte abgeben. Bitte reinigen Sie den Füllhalter.
  • Wenn alles nichts nützt, könnte der Grund auch an einem Haarriss im Griffstück oder an einem defekten Tintenleiter liegen. Lassen Sie Ihren Halter vom Hersteller reparieren.

"Kann ich den Füllhalter auf Flugreisen mitnehmen? ..."

Selbstverständlich! Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, schauen Sie, dass der Füllhalter gut zugeschraubt und entweder ganz voll oder ganz leer ist. Druckunterschiede in der Passagierkabine könnten sich auf die Luft in einem halbgefüllten Tintentank auswirken und die Tinte zum Auslaufen bringen. Kontrollieren Sie den Füller beim ersten Aufschrauben nach einer Flugreise und wischen Sie allfällig ausgetretene Tinte ab. Vergessen Sie nicht, auch die Kappe gut auszutrocknen!
Es gibt Leute, die meinen, es hange vom Piloten ab, ob ein Füllhalter während eines Fluges auslaufe oder nicht ... Ich persönlich reise oft mit dem Flugzeug und trage immer mehrere Füller bei mir. Tinte ist dabei noch nie ausgelaufen, obwohl ich regelmässig vergesse, den Füllstand zu kontrollieren. Als einzige Vorsichtsmassnahme schraube ich die Kappe beim ersten Gebrauch nach der Flugreise sorgsam ab und werfe einen kurzen Kontrollblick auf das Federvorderteil!